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Kakao & Kolumbien: Gaumenschmaus und Arbeitgeber zugleich

Datum, 04.05.2018 | Stephan Martens

Kakao hat in Kolumbien eine große Bedeutung. Zum einen ist Trinkschokolade in Kolumbien fester Bestandteil fast jeden heimischen Frühstücks. Ob in Wasser oder Milch gemischt aufgewärmt, wird sie häufig mit einem Stück Käse serviert, der in die Schokolade eingetaucht wird sodass er schmilzt.

Zum anderen leben rund 100.000 Menschen im ganzen Land vom Kakaoanbau. Kakaobohnen sind ein wichtiges Exportprodukt. Grund genug für uns mal etwas genauer hinzusehen und Euch ein Paar Informationen über den Anbau und die Ernte von Kakao in Kolumbien zu geben.

Kakaofrucht in Costa Rica

Kakaofrucht frisch geerntet

Kakao in Kolumbien: Der Lange Weg der Schokolade

Der Kakaobaum, eigentlich Strauch, benötigt hohe Temperaturen und Niederschläge, aber auch Schatten, weshalb er häufig in einer Mischpflanzung mit anderen schattenspendenden Gewächsen wie Kokospalmen, Bananenstauden, Kautschuk-, Avocado-, oder Mangobäumen kultiviert wird. Kakao in Kolumbien: Die kolumbianischen Tropen bieten hierfür ideale Bedingungen und laut Schätzungen des Exportförderbüros ProColombia sind ca. zwei Millionen Hektar Landfläche wegen Klima und Bodenbeschaffenheit für den Anbau von Kakao geeignet.

Besuch in einer Kakaofinca

Der Extremsportler Guido Kunze besuchte im Rahmen seines Projektes „Der Lange Weg der Schokolade“ eine Kakaofinca in Nilo im Bundesland Cundinamarca, nur ca. 3 Autostunden von Bogotá entfernt. Wir haben ihn dabei begleitet und uns die Finca San Luis etwas genauer ansehen dürfen.

Der Weg ist abenteuerlich und zugleich wunderschön: Von Nilo aus geht es auf unbefestigten Wegen bergauf, vorbei an Dschungellandschaften, Flussläufen und Wasserfällen, bis zum Haus von German und Liliana unseren Gastgebern und Eigentümern der 90 Hektar grossen Finca. Schon am nächsten Tag schauen wir die Umgebung genauer an, die Kakaobäume stehen mitten im Urwald und eine ausgewiesene Anbaufläche ist kaum zu erkennen.

Liliana erklärt uns, dass genau dies eines der Geheimnisse der tollen Qualität ihres Kakaos ist, unter Bedingungen von monokulturellem Anbau würde die Pflanze nur mit Einsatz von künstlichen Düngern und Pestiziden wachsen und das entspräche schliesslich nicht ihren Ansprüchen von biologischem Anbau und könne auch nicht die angestrebte Qualität hervorbringen.

Nach der Ernte der Kakaoschoten, werden diese noch vor Ort unter dem Baum entkernt und die Schalen als Dünger in den Plantagen unter die Bäume verteilt. Die in das Fruchtfleisch eingebetteten Samen (auch Kakaobohnen genannt), werden in Eimern zur Fermentation gebracht.

Nach ca. einer Woche werden die fermentierten Kakaobohnen getrocknet und können nach ca. einer weiteren Woche verpackt und verkauft werden. Für ein Kilo Kakao verlangen German und Liliana ca. umgerechnet vier Euro – definitiv kein hoher Preis wenn man den ganzen Aufwand betrachtet.

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