Verantwortung im Tourismus –Unser Weg bei Napur Tours

Reisen ist etwas Wunderbares. Es eröffnet uns die Möglichkeit, die Vielfalt und Schönheit unserer Welt zu entdecken, Menschen zu begegnen und den eigenen Horizont zu erweitern.

Gleichzeitig wissen wir: Besonders Fernreisen, wie wir sie anbieten, belasten das Klima – dessen sind wir uns bewusst, und diesen Widerspruch möchten wir nicht ausblenden.

Trotzdem bieten wir Reisen nach Lateinamerika aus Überzeugung an. Wir glauben, dass Begegnungen zwischen Kulturen zu mehr Toleranz und einem friedlicheren Miteinander beitragen können – gerade in Zeiten, in denen sich viele Gesellschaften wieder verstärkt dem Nationalismus zuwenden.

„Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit.”  – Mark Twain

Ökologische und soziale Verantwortung sind für uns deshalb wichtige Themen – und Bereiche, in denen wir unsere Arbeit Schritt für Schritt weiterentwickeln möchten.

Auf dieser Seite zeigen wir deshalb nicht, wie „nachhaltig“ unsere Reisen sind, sondern was wir konkret tun, worauf wir bei unseren Partnern achten – und wo die Grenzen unserer Möglichkeiten liegen.

Stefanie Lange blickt während einer Bootstour vom Bug eines Motorbootes auf die weite Küstenlandschaft.
Napur Tours Geschäfstführerin Stefanie Lange mit ihrem Partner vor einem Wasserfall in Costa Rica

Unsere Partner vor Ort – und unsere Grenzen

Eine Rundreise durch Lateinamerika besteht aus vielen einzelnen Leistungen – Unterkünften, Transfers, Guides, Ausflügen –, die wir gemeinsam mit unseren Partneragenturen in den jeweiligen Ländern planen und auswählen. Diese Partner wissen vor Ort, was zuverlässig funktioniert; bei unseren eigenen Erkundungsreisen machen wir uns zusätzlich selbst ein Bild von vielen Unterkünften und Aktivitäten.

Uns ist dabei wichtig, dass unsere Reisen auch den Menschen zugutekommen, die sie überhaupt erst möglich machen: Guides, Fahrerinnen und Fahrer, Mitarbeitende in Hotels und Lodges sowie lokale Anbieter. Deshalb sind für uns auch Arbeitsbedingungen, der Umgang mit Mitarbeitenden und die wirtschaftliche Beteiligung lokaler Unternehmen wichtige Themen – genauso wie ökologische Fragen.

Gleichzeitig kennen wir unsere Grenzen: Als kleiner Reiseveranstalter können wir nicht selbst überprüfen, wie jeder einzelne Betrieb vor Ort mit ökologischen und sozialen Fragen umgeht oder seine Mitarbeitenden bezahlt.

Deshalb achten wir bei der Auswahl unserer Partner auch darauf, ob und wie sie ökologische und soziale Aspekte in ihren eigenen Prozessen berücksichtigen – und orientieren uns dort an externen Standards, wo sie uns eine nachvollziehbare Grundlage bieten.

Bei mehreren unserer Partner helfen uns dabei anerkannte Zertifizierungen. Beispiele:

  • Unser langjähriger Partner ARA Tours in Costa Rica ist nach dem staatlichen CST-Programm des costa-ricanischen Tourismusinstituts ICT zertifiziert. Das Programm berücksichtigt unter anderem den Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie soziale und wirtschaftliche Aspekte.
  • GAPA Travel in Panama besitzt den Travelife-Partner-Status. Zu den verpflichtenden Kriterien dieser Anerkennungsstufe gehören neben Umwelt- und Managementthemen auch soziale Fragen, Menschenrechte und der Umgang mit Lieferanten.
  • Latventure Ecuador ist nach dem TourCert-Standard zertifiziert. TourCert bezieht ökologische und soziale Kriterien ebenso ein wie die Zusammenarbeit mit Partnern und Leistungsträgern vor Ort.

Solche Zertifizierungen sind für uns ein wichtiger Anhaltspunkt, weil sie über eine reine Selbstauskunft hinausgehen. Eine Garantie dafür, dass jede einzelne Reiseleistung denselben Anforderungen genügt, sind sie jedoch nicht.

Auch eine zertifizierte Partneragentur kann mit Hotels oder Anbietern zusammenarbeiten, die selbst nicht zertifiziert sind. Ein Zertifikat ist für uns deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt – ebenso wichtig sind unsere Erfahrungen aus der Zusammenarbeit und die Frage, wie ein Partner diese Themen im Alltag berücksichtigt.

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt,
ist die Welt – sieh sie dir an!“
Kurt Tucholsky

Fernreisen und Klimawirkung

Wer nach Lateinamerika reist, legt eine große Entfernung zurück. Vor allem die Flüge verursachen erhebliche Treibhausgasemissionen. Daran ändert auch die Art, wie wir eine Reise vor Ort gestalten, grundsätzlich nichts – und das möchten wir nicht kleinreden.

Trotzdem haben wir uns bewusst dafür entschieden, weiterhin Fernreisen anzubieten – aus den Gründen, die wir eingangs beschrieben haben.

Für uns folgt daraus die Aufgabe, uns auch mit der Klimawirkung dieser Reisen auseinanderzusetzen: Bei unseren Reisen berücksichtigen wir standardmäßig einen Klimaschutzbeitrag über atmosfair, eine Organisation, die Klimaschutzprojekte vor allem in Ländern des Globalen Südens fördert – etwa im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Uns ist dabei eine Unterscheidung wichtig: Ein finanzieller Beitrag an Klimaschutzprojekte macht die Emissionen einer Flugreise nicht ungeschehen.

Deshalb bezeichnen wir unsere Reisen aufgrund dieser Beiträge weder als klimaneutral noch als klimaschonend. atmosfair löst das grundsätzliche Problem einer Fernreise nicht, sondern ist für uns eine zusätzliche Maßnahme.

Auch wir selbst: unser eigener Zertifizierungsprozess

Was wir bei unseren Partnern wichtig finden, möchten wir auch bei unserer eigenen Arbeit systematisch überprüfen.

Deshalb haben wir begonnen, unsere Prozesse im Rahmen von Travelife – einem international eingesetzten Programm für Reiseveranstalter und Reiseagenturen – systematisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Das betrifft ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte, von internen Abläufen bis zur Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Leistungsträgern.

Wir stehen dabei noch am Anfang und arbeiten uns Schritt für Schritt durch die Anforderungen – mit Schulungen, einer Bestandsaufnahme unserer bisherigen Arbeit sowie der Festlegung konkreter Ziele und Maßnahmen.

Der nächste Schritt ist der Travelife-Partner-Status. Dieser wird nicht allein aufgrund einer Selbstauskunft vergeben. Die erforderlichen Kriterien und Nachweise werden im Rahmen eines externen Desk Audits überprüft. Der Status muss anschließend regelmäßig erneuert werden.

Diesen Prozess durchlaufen wir auch, weil wir freiwilliges Mitglied im forum anders reisen sind. Der Verband verpflichtet seine Mitglieder dazu, ihre Unternehmensprozesse anhand ökologischer und sozialer Kriterien weiterzuentwickeln und einen externen Zertifizierungsprozess zu durchlaufen.

Wir möchten dabei nicht mehr behaupten, als wir bislang erreicht haben. Für uns ist der Prozess vor allem eine Gelegenheit, genau hinzuschauen: Was tun wir bereits? Wo fehlen klare Regeln oder Informationen? Und was können wir noch verbessern?

Organisationen & Projekte, die wir unterstützten 

Neben unserer Arbeit als Reiseveranstalter unterstützen wir auch Organisationen und Projekte in Lateinamerika, die sich für Natur- und Artenschutz oder für soziale Themen einsetzen.

Dabei fördern wir sowohl größere Organisationen als auch kleinere Initiativen vor Ort. Gerade kleinere Projekte verfügen oft nur über begrenzte Mittel und haben weniger Möglichkeiten, auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Zwei Beispiele:

Ein farbenfroher Hellroter Ara sitzt auf einem Ast inmitten des grünen Regenwalds
Costa Rica

Macaw Recovery Network

Das Macaw Recovery Network in Costa Rica arbeitet daran, die Bestände der Großen Soldatenaras und Hellroten Aras zu schützen und wiederherzustellen. Das Projekt umfasst die Zucht und Auswilderung dieser Vögel sowie die Erhaltung und Wiederherstellung ihres Lebensraums durch Aufforstung und nachhaltiger Landnutzung. Lokale Gemeinschaften werden durch Bildungsprogramme aktiv in den Naturschutz einbezogen.

Mehr Informationen zum Projekt lesen ➜

Ein Wandgemälde mit einem Alpaka neben Bücherregalen voller peruanischer Literatur weist auf kulturelle Entdeckungen hin

Peru

Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche in abgelgenen Regionen

Bei diesem Projekt baute YUKITAZ, ein gemeinnütziger Verein, der Menschen in schwierigen Situation in Lateinamerika unterstützt, zwei Bibliotheken im Colca Canyon, einer abgelegenen Region in Peru, auf. Ziel ist es, den Zugang zu Büchern zu erleichtern und dadurch Bildung durch spielerische, ansprechende Umgebungen zu fördern. 

Unser Weg: Schritt für Schritt

Wir wissen, dass Fernreisen ökologische und soziale Auswirkungen haben und dass wir als kleiner Reiseveranstalter nicht jede einzelne Leistung vor Ort bis ins Detail kontrollieren können.

Trotzdem können wir Entscheidungen treffen: bei der Auswahl unserer Partner genauer hinsehen, externe Standards als Orientierung nutzen, dort nachfragen, wo Informationen fehlen – und offen darüber sprechen, was wir bereits tun und wo wir noch besser werden möchten.

Unser laufender Travelife-Prozess ist für uns deshalb kein Endpunkt, sondern ein weiterer Schritt.

Wir möchten keine Versprechen machen, die wir nicht halten können. Unser Anspruch ist, Schritt für Schritt genauer hinzusehen und dort Verantwortung zu übernehmen, wo wir tatsächlich etwas bewegen können.

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