Reisebericht Nordchile: Von Arica nach Iquique

Datum, 16.04.2010 | Stefanie Lange

Zur Erkundung des Nordens von Chile hatten wir uns für eine Mietwagentour entschieden. Wenn man nur eine Woche Zeit hat, ist es wahrlich die beste Möglichkeit, den Norden ganz individuell zu entdecken. Mein Reisebericht Nordchile soll Ihnen also Appetit machen und einige Anregungen geben.

Nordchile Reisebericht

Beeindruckende Landschaft im Lauca Nationalparks

Da wir von Peru kamen, mussten wir zunächst die Grenze passieren. Als Individual-Tourist ist das schon ein wenig befremdlich, aber es lief problemlos. Wir hatten uns in Peru vor der Grenze eine Art Taxi genommen. Das fuhr uns bis zum Grenzposten. Dort standen zwei Tische, die denen im Biergarten ähnelten. Dort mussten wir unser gesamtes Gepäck ausladen. Die Grenzer waren recht grob im Umgang mit unseren Sachen und machten eher einen unfreundlichen Eindruck. Vielleicht lag es an der Einöde und der brennenden Sonne, in der sie den ganzen Tag aushalten mussten.

Von Arica ins Hochland

Später erreichten wir schließlich mit unserem Taxi Arica. Auf Chile hatten wir uns schon die ganze Zeit sehr gefreut. Wir machten das Hotel ausfindig, wo wir unseren Mietwagen abholen konnten und erkundeten dann erst mal in Ruhe die kleine Stadt. Wir haben uns leicht zurecht gefunden, alles wirkte sehr offen und freundlich. Wie in so vielen Orten stand auf dem Berg am Stadtrand eine Christusstatue. Wir fuhren also hinauf, um uns ein Bild von oben zu machen und hatten einen guten Blick über Arica und aufs offene Meer.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt dann ins Hochland. Wir wollten nach Putre, um von dort aus den Lauca Nationalpark zu besuchen. Man sollte vorher den Mietwagen volltanken, da es unterwegs dann keine Möglichkeiten mehr zum Tanken gibt. Unterwegs haben wir mehrer Fotostopps gemacht und waren dann am Nachmittag in dem winzigen Örtchen. Nach dem Einchecken im Hostal haben wir in dieser doch eher sauerstoffärmeren Höhe noch einen kleinen Spaziergang gemacht und uns dann früh schlafen gelegt.

Noch vor Sonnenaufgang wollten wir aufbrechen, um die Tierwelt des Lauca Nationalparks näher zu erkunden. Es war eiskalt und wir mussten zunächst erst einmal die Scheiben unseres Wagens freikratzen. Dann ging es los zum Park. Wir hatten leider nicht bedacht, dass die Tiere eventuell länger schlafen als wir. Zunächst entdeckten wir gar nichts außer natürlich der atemberaubenden Landschaft, die dafür absolut entschädigend wirkte. Aber desto höher die Sonne stieg, desto mehr Tiere kamen auch zum Vorschein, und so konnten wir kleine Hasen, Guanacos und Flamingos entdecken, alles vor beeindruckender Kulisse. Am Nachmittag sind wir dann wieder nach Arica gefahren und es war angenehm, zurück auf Meereshöhe zu sein.

Von Arica nach Iquique

Am nächsten Morgen haben wir die nördlichste Stadt Chiles verlassen, um nun weiter den Süden nach Iquique zu fahren. Unterwegs in der Wüste gab es aber auch noch einiges zu entdecken. Nachdem wir Canyons durchquert und Hochebenen passiert hatten, fuhren wir zum Hügel Unitá, wo sich der größte Geoglyph Südamerikas befindet – das war schon einen Stopp wert. Von dort ging es weiter, bis wir die Salpeterstadt Humberstone erreichten. Einst arbeiteten hier viele Männer im Abbau von Salpeter. Es war eine richtige kleine Stadt, mit Läden, Schule und sogar einem Theater. Heute sind es nur noch recht gut erhaltene Ruinen, aber sie geben schon einen Einblick, wie die Menschen damals lebten. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Iquique und belohnten uns nach dem langen Sitzen im Auto mit einem ausgedehnten Spaziergang an den wunderschönen Stränden der Stadt. Hier lässt es sich aushalten, entspannen und bummeln. An der Hafenpromenade gibt es viele kleine Restaurants.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise fort. Das Tagesziel war Calama und wir fuhren fast den ganzen Tag entlang der Panamericana. Unterwegs haben wir noch einen kleinen Abstecher in die Dörfer Matilla und Pica gemacht, wo man die Kolonialkirchen besichtigen kann. Auf der Rückfahrt zur Panamericana haben wir noch die Geoglifos Pintados besichtigt, die größte Ansammlung von Geoglyphen auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Kurz vor dem Ziel wird die Landschaft noch einmal beeindruckend. Man fährt durch das größte Kupferabbaugebiet der Erde und die Umgebung ist interessant gefärbt. In der Ortschaft Chuquicamata befindet sich die größte offene Kupfermine der Welt.

In Calama endete unsere Mietwagenreise. Weiter ging es anschließend wieder mit den guten öffentlichen Bussen, auf die man in Chile ohne Probleme zurückgreifen kann.

Von Calama kann man gut einen Besuch in San Pedro de Atacama anschließen, um dort den Salar de Atacama zu besuchen.

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