Großer Soldatenara in Mittelamerika

Großer Soldatenara
Foto: B.Hahn

Der Soldatenara ist leider vom Aussterben bedroht. The Ara Project in Costa Rica, Mittelamerika, züchtet Papageien und wildert sie aus. Wichtig für ihr weiteres Bestehen ist besonders die Aufklärung  der Menschen vor Ort. Greenpeace unterstützt deshalb ein engagiertes Bildungsprogramm der Organisation.

Nahezu einen Meter misst der Ara ambiguus von der „Soldatenmütze“ bis zu den Schwanzfedern – eine wirklich beeindruckende Erscheinung. Sein richtiger Name, Großer Soldatenara, spielt wohl auf sein vorwiegend olivgrünes Federkleid an und die Farbe russischer Soldatenmützen im 19. Jahrhundert.

Nest im Termitenbau – Foto: B. Hahn

Die Stirn ziert ein rotes Federband, die Flügeldecken und Federn schimmern türkis blau und die weit gespreizten Schwanzfedern schimmern in blau, rot und gelb. Wegen ihrem prachtvollen Äußeren, ebenso wegen ihrer Intelligenz werden andere Aras und Soldatenara – leider – als Haustiere gehalten.

Großer Soldatenara: Fang und Lebensraumverlust

Aras in Costa Rica
Hellroter Ara – Foto: B. Hahn

Gemäß dem Artenschutzübereinkommen CITES ist der Handel mit dem Großen Soldatenara aus Fang verboten. Dennoch tragen Wildfänge immer dazu bei, dass der Grosse Soldatenara vom Aussterben bedroht ist. Bedeutender ist der Verlust seines Lebensraums durch die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder.

Die Population des Großen Soldatenaras in seiner lateinamerikanischen Heimat – Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Kolumbien – wird auf höchstens 1.100 bis 2.400 erwachsene Vögel geschätzt.

2005 ordnete die Naturschutzunion IUCN die Art als stark gefährdet ein. Gerade in Costa Rica ist speziell die Abholzung von Mandelbäumen, deren hartes Holz hohe Preise erzielt, für den Ara fatal: Er brütet bevorzugt in Ast höhlen (oder auch Termiten-bauten) dieser Bäume und deren Früchte sind seine Hauptnahrung. Mit seinem kräftigen Schnabel knackt er die Schalen spielend. In den 1950 ern war der Große Soldatenara in Costa Rica noch weit verbreitet und zahlreich. 2009 wurden dann nur noch 280 Tiere gezählt, darunter 30 bis 35 Brutpaare.

The Ara Project

Aras in Costa Rica
Großer Soldatenara – Foto: B. Hahn

Die Organisation The Ara Project in Mittelamerika entstand 2011 aus dem 1982 gegründeten Verein „Amigos de las Aves“ (Vogelfreunde) hervor. Mit konfiszierten und gespendeten Tieren züchtet sie Große Soldatenaras sowie auch Hellrote Aras (Ara macao) nach, um sie später frei zu lassen. Die Zuchtanlage steht bei Punta Islita an der Westküste, die Auswilderungsstätte für den Grossen Soldatenara an der karibischen Küste nahe Manzanillo und Puerto Viejo im Regenwald. 2010 wurde erstmalig eine Gruppe in die Freiheit entlassen.

Bis zum heutigen Tage sind es insgesamt 45 ausgewilderte Große Soldatenaras. Das Monitoring ergab eine Überlebensrate von 90 Prozent. The Ara Project entwickelte eine sehr verträgliche Freilassungsmethode: Nach einer Quarantäne werden die Aras zum Auswilderungsort gebracht, wo sie sich in einer Voliere rund acht Wochen akklimatisieren. Hier zeigt man ihnen auch, ihr natürliches Futter zu erkennen, zu finden und es sich selbstständig  zu erarbeiten. Anschließend werden sie für immer längere Zeiten freigelassen und die Fütterung  reduziert.

Erst mit 4 bis 8 Jahren wird der Großen Soldatenara geschlechtsreif. Ein weibliches Tier legt pro Saison 2 bis 3 Eier und brütet 1 bis 2 Küken aus. Das Projekt-Team glaubt, dass die bisher ausgewilderten Aras mindestens 10 Junge im Jahr großziehen können. Es wird somit Jahre dauern, bis sich der niedrige Bestand hoffentlich von allein festigt. Unbedingt braucht es dafür auch Aufforstungen, besonders des Bergmandelbaumes.

Aras: Aufklärung der Bevölkerung

Soldatenara im Flug
Flugbild Soldatenara – Foto: B. Hahn

Für das dauerhafte Überleben der ausgewilderten Großen Soldatenaras ist es auch von Bedeutung, die regionale Bevölkerung zu beteiligen. 2013 startete die Organisation ein Bildungsprogramm, das nun – mit Unterstützung von Greenpeace – fortgeführt wird. Ein Bestandteil sind Aktionstage an Schulen mit Elementen wie Malaufgaben oder Marionettentheater. Weitere Aktionen sind Workshops für die Dorfgemeinschaften und Infostände auf Märkten. Alle werden aufgefordert, nach dem Grossen Soldatenara Ausschau zu halten und der Station zu melden. Auf diese Art konnten schon viele der ausgewilderten Großen Soldatenaras gerettet und noch einmal ausgewildert werden.

The Ara Project setzt auf Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit Naturguides, Vereinen und offiziellen Stellen wie dem Umweltministerium MINAE.

Greenpeace fördert eine Projektleiter stelle des Programms für ein Jahr mit 8.000 Euro. The Ara Projekt kann besichtigt werden: Fragen Sie uns hierzu!

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