Nazca in Peru: Eine erloschene Hochkultur

Datum, 23.05.2018 | Stephan Martens

Die Nazca in Peru hatten ihre Blütezeit von 200 vor unserer Zeit bis 800 nach unserer Zeit. Wenn man von Lima aus die Küste südwärts fährt, erreicht man ihr ehemaliges Sielungsgebiet nach rund 400 km in der Nähe der Stadt Nazca. Man vermutet, dass es wegen Klimaänderung bzw. immer trockenerer Verhältnisse in dieser Region zum Untergang dieser Hochkultur gekommen ist. Es gibt genügend Hinweise, dass diese Region früher viel feuchter und fruchtbarer gewesen sein muss.

Das Bild zeigt das Nazca Bewässerungssystem in Peru. Menschen stehen in einem Graben und schauen in die Bohrungen.

Die Naszca Hochkultur hautnah: Das Bewässerungssystem Acueductos de Cantayoc

Die Nazca in Peru konnten ihre Kultur noch einige Jahrhunderte mit Hilfe von ausgeklügelten Bewässerungssystemen lebendig halten. Letztendlich aber mussten sie sich der Wüste geschlagen geben und so ist anzunehmen, dass sie höher im Gebirge eine neue Heimat fanden und im Volk der Inkas, die ja später zur Hochkultur kamen, aufgingen. Wegen des trockenen Klimas in der Küstenwüste Perus sind die Hinterlassenschaften der Nazca in Peru sehr gut erhalten.

Weltberühmt: Die Nazca-Linien

Die wohl bekanntesten Relikte der Nazca in Peru sind die sogenannten Geoglyphen. Es sind Linien, Flächen und Tierdarstellungen im Wüstenschutt. Ernsthafte Forschungen über deren Bedeutung wurden erst im 20. Jahrhundert angestellt. Zunächst gab es bizarre Vermutungen über ihre Entstehung. Ja sie wurden sogar Außerirdischen zugeschrieben. Die deutsche Forscherin Dr. Maria Reiche widmete ihr ganzes Leben dieser Forschung, kam aber auch zu keinem befriedigendem Egebnis. Sie war überzeugt, dass die Nazca-Linien astronomisches Geheimwissen beherbergen. Bewiesen hat sie jedoch nichts.

Die vielen unterschiedlichen Figuren können eigentlich nur aus der Luft gut erkannt werden. Sie sind nämlich teilweise mehrere Hundert Meter groß und daher recht unübersichtlich. Sie stellen Eidechsen, Bäume, Wale, Papageien, Pelikan oder Kondor dar. In der Nähe des interessanten Maria Reiche Museums inmitten der Pampa gibt es auch einen kleinen Aussichtsturm, mit dessen Hilfe man einen kleinen Eindruck gewinnen kann. Ich empfehle die Rundflüge über die Nazca-Linien nicht unbedingt, da es schon häufiger Zwischenfälle mit den kleinen Maschinen gegeben hat und vor den Flügen meist lange Wartezeiten unvermeidbar sind.

Die Gräber von Chauchilla

Nazca Mumie: Zwei Schädel und eine MumieWeitere hochinteressantes Zeugnis der Nazca in Peru ist das Gräberfeld von Chauchilla. Hier wurden die typischen Langschädel gefunden. Einige der Gräber wurden hier freigelegt und es können die Mumien inmitten der Grabbeigaben gesehen werden.

Die Besichtigungen sollten immer mit dem nötigen Respekt vonstatten gehen, denn auch wenn die Mumien ca. 2.000 Jahre auf dem Buckel haben, sind doch Menschen gewesen die gelebt und gelacht haben. In der weiteren Umgebung der freigelegten Gräber kann man in der Wüstenlandschaft unendlich viele weitere frisch geräuberte Gräber sehen, gebleichte menschliche Gebeine liegen in der Sonne.

Bewässerungssystem: Acueductos de Cantayoc

Das Bewässerungssystem der Nazca in Peru ist vergleichslos in der Welt. Rund 4 km von Nazca gibt es unterirdische Wasserkanäle, sog. “Puquitos”, in die man über wendelförmige Einstiege hinabklettern kann. Sie sind 5 bis 20 m tief. Diese Kanäle leiten bis heute das Wasser der Anden in diese Trockenregion hinab und sind noch in Gebrauch. Sie werden ständig ausgebessert und sind genial ausgedacht: Alle 10 bis 20 m gibts ein “ojo”, also ein Auge, ein Entlüftungsschacht, damit die Luft im Kanalsystem zirkulieren kann. Einige Passagen sind bis 2 km lang und unterqueren sogar Flüsse!

Ruine Paredones

Nazca: Knochen in der WüsteNur zwei Kilometer von Nazca liegt die Ruine des ehemaligen Verwaltungszentrums. Paredones ist leider stark zerfallen, aber bietet wenn man von der Küste kommt einen ersten Eindruck von der Baukunst der Inkazeit. Weitere Siedlungen, auch teilweise rekonstruierte Lehmpyramiden die denen von Chan Chan bei Trujillo ähneln, können von der Stadt Nazca aus besichtigt werden. Dazu gibt es sogar in neuen Reiseführern noch keine Angaben.

Unbedingt sollte man sich in dieser Region organisiert führen lassen. Optimal natürlich deutschsprachig. Denn es gibt kaum Hinweisschilder oder Infomaterial. Unser Reiseleiter Fernando Arce Rivero kennt die Region und die Geschichte der Nazca in Peru sehr wohl. Trotzdem greifen wir auf unseren Touren (z. B. Klassisches Peru) zusätzlich noch auf die Kenntnisse von Lokalführern zurück. Die Hinterlassenschaften der Nazca in Peru sind alleine eine Reise wert!

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