Insekten & Reptilien: Wie „giftig“ sind Costa Ricas Scorpione, Schlangen & Co. wirklich?

Datum, 09.01.2014 | Stephan Martens

Das Schlusswort eines lieben Mitreisenden auf einer Gruppen-Rundreise durch Costa Rica im November 2011 war: “Das Land hat uns wunderbar gefallen; am meisten beeindruckt aber hat uns das ganze Krabbelgetier.” Dieses Fazit möchte ich zum Anlass nehmen, ein wenig Licht in das “Krabbelgetier” zu bringen und die Ängste vor den Insekten und Reptilien in Costa Rica zu dämpfen. 

Man sieht eine grüne Schlange, die sich an einem Baum herunterhangelt.

Insekten und Reptilien sind in Costa Rica meist ungefährlich. Hier eine Greifschwanzlanzenotter.

Es gibt nicht wenige Tropen-Interessierte, die wegen dieses Respektes vor Skorpionen, Schlangen, Spinnen und Co. sogar ganz auf eine Reise nach Lateinamerika verzichten. Ich beziehe meine Angaben und Erfahrungen übrigens auf das mittelamerikanische Land Costa Rica.

Insekten in Costa Rica sind zu 99,9 % ungefährlich

Zunächst Allgemeines: Aus Mitteleuropa sind wir es natürlich nicht gewohnt, dass Ameisen und Termiten, Falter und Spinnen, Schaben oder Skorpione oder gar Giftschlangen sich in unsere unmittelbare Nähe wagen oder schon mal auch unsere Unterkünfte besuchen. Zum Ersten werden sie bei uns nicht so groß, treten nicht in großen Mengen auf und zum Zweiten sind unsere Behausungen sehr dicht.

In Costa Rica ist das anders. Hier sind alle Häuser leichter gebaut. Was nicht heißt, sie seien nicht “Insektendicht”. Das wesentliche Leben der Menschen spielt sich draußen ab oder unter der Terrasse. Auch Abends wird lange im Freien gesessen und das Licht lockt dann Besucher an. Sicher ist das gewöhnungsbedürftig, sollte aber keine Ängste bereiten. Denn die Insekten, die dem abendlichen Treiben bewohnen, sind zu 99,9 % ungefährlich. Trotz der Ungefährlichkeit der Krabbeltiere, kann ich es aber verstehen, dass nicht jeder Reisende wie ich oder einige sehr Interessierte direkt jedes Exemplar zu bestimmen versuchen oder ablichten möchten.

Im Nachfolgenden einige Bemerkungen zu den einzelnen Insekten- und Reptilienarten und deren „Gefährlichkeit“:

Spinnen

In Costa Rica fallen besonders Spinnen aus der Familie der Radnetzspinnen auf. Sie dringen jedoch nur selten in die Räume ein, sondern bauen dort ihre schönen Netzte, wo es auch was zu fangen gibt. Also im Wald oder Garten. Vogelspinnen gibt’s in vielen Arten. Mir ist es, obwohl ich ja extra Ausschau halte, um welche zu entdecken, noch nicht öfter als 3 bis 4 Mal in 18 Jahren gelungen sie in Costa Rica zu sehen. Die Giftigkeit der Vogelspinnen wird maßlos übertrieben. Sie liegt wohl eher im Bereich eines Wespenstiches. Geißelspinnen, welche ein wenig an Skorpione erinnern, verirren sich zuweilen in die Behausungen. Sie sind allerdings völlig harmlos und haben weder Giftdrüsen noch Abwehrsekrete.

Skorpione in Mittelamerika: Schmerzhafte, aber ungefährliche „Stecher“

Die meisten Arten in Mittelamerika sind längst nicht so giftig und aggressiv wie ihre Verwandten in Nordafrika und Asien. Trotzdem können sie schmerzhaft stechen. Um einmal abschätzen zu können, in welcher Dichte sie nun auf einer Costa Rica Rundreise auftreten: Ich habe bisher 3 Exemplare in den vielen Jahren gesehen. Weil sie sich bei Tageslicht gerne irgendwo verstecken, sollte man sich angewöhnen, seine Schuhe und Kleidung vor dem Anziehen zu inspizieren.

Tausend- und Hundertfüßler

Treten sicher häufiger auf, als bei uns in Europa. Eher selten in den Behausungen, denn hier ist es ihnen zu trocken. Die Giftigkeit ist auch eher gering. Trotzdem sollte man sie nicht in die Hände nehmen.

Ameisen und Termiten: Opfer von Schauermärchen

Ich möchte hier nicht auf einzelne Ameisen-Arten eingehen, sondern nur generell feststellen: Wenn sie sich über im Zimmer deponierte Nahrungsmittel hermachen oder einem bei der Wanderung im Wald an den Beinen hochkraxeln und dabei beißen, sind Ameisen schon lästig und manchmal schmerzhaft. Der Juckreiz ist nicht so heftig, wie bei Mückenstichen und meist gibt es auch nicht so schlimme Quaddeln.

Von “Gefährdung” durch Giftigkeit möchte ich hier gar nicht schreiben. Das betrifft nur einzelne Ameisen-Arten und kommt selten vor.  Es kursieren sicher Schauermärchen über Treiberameisen oder die berüchtigte Bullit-Ant, aber ich kenne keine Person in Costa Rica die eine Person kennt, die damit mal ernsthafte Probleme hatte!

Termiten sind völlig ungiftig und eben nur nicht die Freunde der Statistiker.

Bienen, Wespen, Mücken

Bienen und Wespen fallen in Costa Rica niemals so störend auf wie zu Zeiten unserer sogenannten Wespenplagen in Europa. Aggressives, kopfumschwirrendes Verhalten habe ich noch nie bemerkt. Unfälle sind mir nicht bekannt. Mücken oder auch Kriebelmücken an der Karibikküste verursachen lästig juckende Stiche. Bei manchen Personen entzünden sie sich auch und nässen.Wenn ich auch hier einen Vergleich anstellen darf zu Europa: Im Sommer und Spätsommer in bestimmten Gebieten gibt es sehr viel mehr Mücken, als in Mittelamerika. Niemals wird man in Costa Rica sich einen lauen Abend wegen der Blutsauger verderben lassen müssen.

Dennoch ist Vorsicht geboten, denn die Mücken können Tropenkrankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber übertragen. Daher rate ich immer zu wirkungsvollen Mückenschutz wie bestimmte Sprays, abends beim Essen lange Hosen oder den leicht laufenden Ventilator über dem Bett.

Heuschrecken, Libellen, Zikaden, Schaben und Käfer

Die Kurzfassung: Sind allesamt schön anzusehen und harmlos.

Zecken, Flöhe, Läuse, Blutegel

Selten stellen sie in unseren Herbergen ein Problem dar. Es hat noch keine Fälle beispielsweise von Bettwanzen gegeben. Auch Flöhe oder Läuse hat noch keiner unserer Reisenden bemerkt. Das liegt natürlich auch an der Hygiene. Wo Bettzeug regelmäßig getauscht wird und die Zimmer gut geputzt werden und mit einem Insekten spray behandelt werden, gibts keinen Ärger.

Blutegel habe ich zum ersten Mal gerade auf meiner Infotour in Ostindien an den Beinen und Füssen gehabt. In Costa Rica noch nie, obwohl ich auch im matschigen Urwaldgelände immer mit offenen Sandalen laufe.

Schlangen sind in Costa Rica in der Regel ungiftig

Während unserer Rundreisen begegnen wir im Schnitt 3 bis 5 Schlangen in freier Wildbahn. Ich suche allerdings auch nach ihnen. Würde ich das nicht tun, würde wohl keiner der Reiseteilnehmer ein Exemplar bemerken. Die allermeisten Arten sind ungiftig und wenig aufdringlich. In Behausungen dringen sie so gut wie nie ein, denn ihre Nahrung finden sie nicht hier, sondern im intakten Regenwald. Schlangenbisse gibt es unzweifelhaft im Land. Aber es trifft zu 99 % Plantagenarbeiter, die z. B. in Kaffeepflanzen bei der Ernte auf eine im Geäst versteckte Greifschwanzlanzenotter stoßen oder bei der Ernte von Zuckerrohr auf eine Fer-de-Lance treten.

Mit der Einhaltung einiger Verhaltensregeln kann man das Risiko sicher annähernd gegen Null senken. Das wäre zum Beispiel das Tragen von langen Hosen und festen Schuhen gerade in unübersichtlichem Gelände. Oder eben sich es genau zu überlegen, in welche Höhle, Spalte oder unter welchen Stein man greift. Sollte dennoch der Fall der Fälle eintreten, ist man in Costa Rica bestens gerüstet. Denn die Dichte an guten Krankenstationen und Hospitäler ist groß und das Personal bestens geschult.

Frösche

Frösche, genauer die Pfeilgiftfrösche, stellen gar keine Schwierigkeit dar. Bei normalem Hautkontakt mit Ausnahme der Schleimhäute kann man kein Gift aufnehmen. Und wer es nun nicht lassen kann, auf den kleinen Kerlen herum zu lutschen, der hat selbst Schuld.

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