Geschichte

Wir möchten Ihnen hier einen kurzen Überblick über die Geschichte von Kolumbien geben. Bei größerem Interesse empfehlen wir fortführende Literatur wie „Kleine Geschichte Kolumbiens“ von H.-J. König oder auch „Kolumbien verstehen“ von W. Hörtner.

Besiedlung durch indigene Stämme

1499 wurde Kolumbien von den spanischen Konquistadoren entdeckt und seit 1511 von den Spaniern besiedelt. Doch natürlich lebten und siedelten im Gebiet des heutigen Kolumbiens lange vor der Ankunft der Spanier indianische Hochkulturen. Sie trieben miteinander regen Handel und beherrschten insbesondere die heute noch zu bewundernde Goldschmiedekunst auf hohem Niveau. Des Weiteren verarbeiteten sie von ca. 4.000 vor unserer Zeit bis ins Jahr 1.600 n. Chr. Ton zu Figuren und Gebrauchsgegenständen.

Wegen der geographischen Kleinteiligkeit und der schwierigen Landesnatur gedieh im vorkolonialen Kolumbien jedoch nie ein komplexes Staatsgebilde, wie es z. B. das Reich der Inka in Peru darstellte. Es besiedelten viele Indianervölker das Land, viele hinterließen beeindruckende Dinge wie Schmuck und Statuen, die sich heute z. B. im Nationalmuseum in Bogota bewundern lassen.

Insbesondere zu nennen sind

  • die Muisca, die auf den Hochebenen der Ostkordillere lebten
  • die Tayrona, die mit der bekannten Stadt Ciudad Perdida in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens eine der frühesten Städte auf dem südamerikanischen Kontinent bauten
  • die Sinú, die die Region entlang des gleichnamigen Stromes bevölkerten
  • die Quimbaya im Gebiet der jetzigen Kaffeezone am Westhang der Zentralkordillere und
  • die beeindruckenden Kulturen von San Agustín mit ihren Steinskulpturen und Tierradentro mit ihren kunstvoll bemalten Grabkammern, die bereits lange vor Eintreffen der Europäer ihre Hochphasen erreichten.

Die Ankunft der Konquistadoren

Die Europäer Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci entdeckten Kolumbien im Jahr 1499. Die frühen Entdecker Kolumbiens gelangten zuerst zur Halbinsel „La Guajira“, der sie im Glauben, es handle sich um ein Eiland, zunächst den Namen „Isla de Coquivacoa“ gaben. Weitere Landstriche wurden dann später von Rodrigo de Bastidas oder Juan de la Cosa entdeckt, erforscht, erschlossen und oft auch zuvor leider geplündert.

Die Konquistadoren, angelockt von Gold, Silber und Smaragden, besetzen in rascher Folge die Regionen von Nord nach Süd, so z. B. Gonzalo Jiménez de Quesada, der 1538 Santa Fé de Bogotá (die heutige beeindruckende Hauptstadt Kolumbiens) gründete, und Sebastián de Belalcázar, der vom heutigen Ecuador aus Ansiedelungen in Kolumbien anpeitschte und z. B. Cali und Popayan gründete.

Bogotá von Beginn an bedeutender Standpunkt

Wegen seiner zentralen Bedeutung für die spanischen Eroberungen im nördlichen Südamerika wurde Bogotá zum Sitz des „Vizekönigreichs von Neu-Granada“ erhoben. Cartagena de Indias an der Karibikküste entwickelte sich in der Kolonialzeit zu einem der wichtigsten – und bestgeschützten – Häfen in ganz Lateinamerika.

Nach der Eroberung Mittelamerikas durch spanische und andere europäische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1525) und Cartagena de Indias (gegr. 1533) die ersten kolonialen, festen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste.

Dann später begann die Gründung einer Provinz, aus der das Vizekönigreich Neugranada entstand.

Wohlstand und Piraterie

Der Wohlstand des Landes führte in den Jahren 1544, 1560 und 1586 zu Piratenangriffen unter Francis Drake auf die zur Festung ausgebaute und sehr reiche Hafenstadt Cartagena. 80 Prozent der Goldproduktion des 17. Jahrhunderts kam damals allein aus Kolumbien. In den Goldminen arbeiteten oft zwangsweise Indianer, von denen viele an Schwäche und den Krankheiten verstarben, die von den Europäern eingeschleppt wurden. In späteren Jahren übernahmen oft afrikanische Sklaven die Arbeit der Indianer, die im Hafen von Cartagena zu kaufen waren. Die Stadt wurde im Jahre 1741 von einer unbeschreiblich großen englischen Armada mit 186 Kriegsschiffen angegriffen und trotzdem von den spanischen Truppen unter Don Blas de Lezo verteidigt.

Der Unabhängigkeitskrieg

Der Krieg, der zur Unabhängigkeit vom Mutterland Spanien führte, fand in Kolumbien zwischen ca. 1810 und 1819 statt. Am Anfang stand eine Auseinandersetzung zwischen einer Menge von amerikanischen Patrioten und dem Spanier José González Llorente in Bogotá. Dieser hatte sich verweigert, der Gruppe der Patrioten einen wertvollen Kelch zu geben, um den sie ihn gebeten hatten. Die Art und Weise dieser Verweigerung wurde von amerikanischer Seite als äußerst beleidigend empfunden. Daraufhin begannen sie eine Revolution, die sich schließlich zum „Unabhängigkeitsausruf“ ausweitete.

Kolumbien ist einer der Staaten im Norden Südamerikas, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstanden (die anderen sind Ecuador, mit Verspätung Panama und auch Venezuela). Weiter bis 1861 wurde es als Neugranada bezeichnet, dann zu Ehren von Christoph Kolumbus in Kolumbien umbenannt. Noch bis zum Jahre 1903 gehörte auch das heutige Panama zu Kolumbien!

Dann 1886 gelang es, Kolumbien in einer zentralistisch geführten Republik zu vereinen. Diese Republik wurde schon 1898 erneut auf eine harte Probe gestellt, als sich die anhaltenden internen Konflikte im „Krieg der Tausend Tage“ zeigten.

Krieg der Tausend Tage

Von 1899 und 1902 kämpften die oppositionellen Liberalen gegen die sehr konservative Zentralregierung, ohne dass eine der beiden Kontrahenten einen deutlichen Sieg erringen konnte. Der brutale Konflikt (mit über 100.000 Toten) wurde endlich durch einen Friedensvertrag beendet, der den Liberalen eine Regierungsbeteiligung danach sichern sollte.

Trotzdem blieb die „konservative Hegemonie“ (seit 1886) noch bis dann 1930 erhalten. Bedeutender als die materiellen Zerstörungen des Krieges war jedoch seine außenpolitische Nachwehen. So nutzten die imperialistischen USA im Jahre 1903 die temporäre Schwäche Kolumbiens aus, um ihre geostrategischen und egoistischen Interessen in Panama durchzusetzen. Für den damaligen Präsidenten Theodore Roosevelt (1901 – 1908) war der Bau eines Schleusenkanals durch die Landenge von Panama ein militärisches Muss. Eine Abspaltung wurde auch dadurch begünstigt, weil der Isthmus nur schlecht in den kolumbianischen Staat integriert war und die dort angesiedelte Handelsoligarchie sich von Bogotá beherrscht und übergangen fühlte.

Davor hatte die kolumbianische Regierung den von den USA vorangetriebenen Bau des Panamakanal unter Verweis auf einen wahrscheinlichen Souveränitätsverlust abgelehnt, woraufhin die USA in Abstimmung mit der panamaischen Separationsbewegung die Unabhängigkeit des Isthmusdepartements erreichten. Kolumbien war sehr geschwächt aus dem „Krieg der Tausend Tage“ hervorgegangen, sodass es die von den Vereinigten Staaten militärisch isolierte Machtübernahme in Panama am Ende ungern akzeptierte.

Wirtschaftliche Blütezeit

Dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte das Land Kolumbien eine wirtschaftliche Blütezeit. In den 1920 er Jahren machte der Kaffee bis zu 90 % kolumbianischer Exporte aus und ermöglichte es diesem Land, massiv in den Ausbau der Straßen und Schienen zu investieren und die staatlichen Einrichtungen zu stärken.

Entstehung politischer Parteien mit ideologischen Programmen

In der Mitte des letzten Jahrhunderts begannen sich politische Parteien mit ideologischen Programmen herauszubilden, die den Hauptanteil in der Staatsführung für sich reklamierten: Und zwar die Liberale Partei und die Konservative Partei Kolumbiens. Später dann kam es zum Aufleben anderen gesellschaftlicher Ausdrucksformen, die danach drangen, die politische Landschaft des Landes zu erweitern – ethnische Minderheiten, Indianerstämme und bislang unabhängige Bürgerinitiativen wurden schließlich in das politische Geschehen des Landes gut integriert.

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