Pflanzenwelt

In der natürlichen Vegetation von Panama herrschen verschiedene Waldformen vor. Der tropische Tieflandregenwald ist sehr reich an Baumarten: rund 10 - 20 x soviele Gehölzarten wie auf viel größerer Fläche in Europa. Die Bestimmung der einzelnen Arten ist Expertensache und ein Bestimmungsbuch müsste den Umfang eines Brockhauses haben. Auch der Trockenwald ist sehr artenreich. Die Hälfte der Gehölze verliert in der regenarmen Zeit das Laub und schützt sich so vor dem vertrocknen. Im Bereich Bergregenwald und Nebelwald werden die Baumhöhen geringer und das Unterholz dichter. Im Paramo erreichen die Sträucher nur noch Mannshöhe.

Besonders auffallende Bäume im Kulturland sind:

Kokospalmen, Indischer Mandelbaum, Rosa Trompetenbaum, Jacaranda, Afrikanischer Tulpenbaum, Goldtrompetenbaum, die verschiedenen Mangrovengehölze oder spezialisierte Küstenpflanzen oder auch der imposante Kapokbaum, welcher auch als Ceiba bezeichnet wird. Interessant ist ebenfalls der Weißgummibaum: Er wird in Panama auch Indio desnudo, also nackter Indianer genannt. Die Einheimischen nannten ihn allerdings Sunburned Gringo; wegen seiner abpellenden roten Rinde. Weiter kommen auch Balsabaum und Teak vor. In Plantagenkultur gibts Oelpalmen, Mango, Orangen, Guaven , Pfirsichpalmen, Kakao und natürlich Kaffee. Schaut man aus dem Bereich der Gehölze in den Bereich der krautigen Pflanzen finden wir in Panama noch viele weitere Kulturen: Ananas, Bananen, Naranjilla ( ein Nachtschattengewächs ), Süsskartoffen, Zuckerrohr,  Maniok, Yams, Chayote und noch viele weitere Vertreter aus der Kürbisfamilie.

Krautige Pflanzen in der freien Natur sind die Aufsitzerpflanzen ( Epiphyten ) wie Bromelien in hunderten Arten oder Orchideen in tausender Stückzahlen. Aber auch Moose, Farne und Bodenkräuter sowie Gräser sind hochinteressant und artenreich. Charakterpflanzen dieser Tropenregion sind aber wohl die Helikonien oder Ingwergewächse.

In den Gärten und Grünanlagen sind fast alle aus anderen Tropenländern oder auch von unseren Fensterbänken bekannten Zierpflanzen zu finden. Erwähnt werden sollten Yuccaarten, Drachenbäume ( Dracaena ), Roseneibisch, Bouganville, Croton, Weihnachstern und auch die bekannten Palmenarten.

Kuriositäten in der Pflanzenwelt Panamas sind die Würgefeige des Regenwaldes oder die Baumfarne und Mammutblätter des Nebelwaldes.


Tierwelt

Neben den unzähligen Säugetier- und Insektenarten oder Reptilien und Amphibien leben in Panama rund 940 Vogelarten. Das ist mehr als in den USA und Kanada zusammen.

Auffallende und auf jeder Reise anzutreffende Arten sind z B der Braune Pelikan, ein Küstenvogel der trotz seines plumpen Aussehens durch Sturztauchen seine Beute macht.   

Die Dohlengrackeln oder im Spanischen Clarinero ( Trompeter ) begleiten die Reisenden in jedem Lebensraum. Es sind elstergroße, schwarze Vögel mit durchdringender Stimme. Sie gehören aber zur Familie der Kazikenvögel, die es in Europa nicht gibt. Auch der Oropendola der auf deutsch Montezuma-Stirnvogel ist Mitglied dieser Familie. Er fällt ebenfalls auf durch seinen ungewöhnlichen Ruf und seine Beutelnester hoch in den Bäumen und in Kolonien. Star der Vogelwelt ist der Quetzal ( Familie Trogone ) aus den Nebelwäldern. Bei den Indianern gilt er als Heiligkeit und Ornithologen aus aller Welt unternehmen Reisen nur um ihn zu sehen.

Weiter fallen Fischertukan, Rabengeier, Kolibris, Papageien wie der Rote Ara oder Amazonen, Vertreter aus den Familie der Reiher und Eisvögel besonders ins Auge.

Dies sollen nur einige Beispiele sein.

Die Säugetiere wie Faultier, Gürteltier, Ameisenbär, Nasenbär, Opossum, Baumstachler, Wickelbär, Tapir oder Aguti sind wegen der schon seit langem anhaltenden Naturschutzbemühungen relativ zutraulich und lassen sich gut beobachten. Das gilt ebenfalls für die vier Affenarten, u a den Brüllaffen, eines der lautesten Tiere der Erde. Raubkatzen wie Jaguar, Puma, Otzelot, Koyoten oder Graufüchsen begegnet man seltener. Die Chance einen Jaguar in Panama zu sehen ist sicher nicht höher, als einen Luchs in Deutschland.

Der bekannteste Frosch der Landes und bestimmt einer der schönsten überhaupt ist der Rotaugen- Laubfrosch. Pfeilgiftfrösche in vielen Formen faszinieren Naturfreunde.

Unter den Reptilien sind die Spitzkrokodile und Brillenkaimane regelmäßig zu sehen. Auch bis zu sechs Meter lange Exemplare! Ein Zwerg ist der bis zwei Meter lange und sehr häufige Grüne Leguan auch nicht gerade. Aus der gleichen Familie stammt der Helmbasilisk, der auch Jesus Christus- Echse genannt wird, wegen seiner Fähigkeit über das Wasser zu laufen. An der Küsten findet man vier Meeresschidkrötenarten und es finden an den häufig einsamen Küsten zu bestimmten Zeiten Massenanlandungen der Weibchen statt. Vielfältig sind die Schlangenarten: Bekannt sind sicher die Abgottschlange oder Boa Constrictor; immerhin bis 2,5 Meter lang. Spannende Geschichten ranken sich um den Buschmeister. Er ist einer der mit 3,5 Meter größten Giftschlangen. Die Vertreter der Lanzenottern sind ebenfalls giftig. Sehr selten kommt es zu Zwischenfällen und der Verlauf nach einem Biss ist häufig harmloser, als meist dargestellt. Aus der Gruppe der meist ungiftigen und zahlreichen Nattern seien Hühnerfresser, Indigonatter, Mussurana oder Dünnschlange genannt.

In Panama, so schätzt man, gibt es rund 300.000 Insektenarten. Das ist unvorstellbar!

Spektakulär sind die Schmetterlinge mit dem Bauen Morpho oder den Helikonienfaltern. Heuschrecken und Gottesanbeterinnen erreichen beachtliche Grössen.

Es gibt mehrere Vogelspinnenarten und auch Skorpione, deren Giftigkeit nicht mit den der in Nordafrika beheimateten Skorpionen vergleichbar ist.

Auch unter Wasser wirds nicht langweilig: An den Küsten herrscht die ganze Vielfalt von Korallenriffen vor und auch in den Süßgewässern gibt es interessante Fischarten wie Buntbarsche oder Saugwelse.

Diese kurze Beschreibung der Tier- und Pflanzenwelt kann aber nur einige wenige Beispiele nennen für den enormen Reichtum.