Pflanzenwelt
In diesem Land muss man sicher zwischen Wildpflanzenwelt und Kulturpflanzen unterscheiden. Die Vegetation der Natur ähnelt auch der Norddeutschen, wie das Klima.
Ursprünglich war diese Region, wie im Übrigen auch fast ganz Deutschland, von (Laub-) Wald bestanden. Heute gibt es noch ca. 10 % Waldflächen. Leitbäume sind Buchen und Eichen. Interessant sind die Wälder, die auf trockengelegten Ländereien entstanden sind. Sie sind nicht älter als 40 - 50 Jahre und haben eine andere Artenzusammensetzung. Wildkirschen, Erlen, Eschen, Weiden und Pappeln. So wie man das von bodenfeuchten Standorten kennt. Besonderheiten bieten die Heidegebiete mit Trocken - oder Feuchtheiden. Pflanzen der Feuchtheiden sind z B viele Strauchweidenarten, Gagel oder Faulbaum. Trockenheiden beheimaten Kiefern, Birken, Wacholder und natürlich die Sommerheide oder das landschaftsprägende Pfeifengras. An den Küsten finden wie wieder eine ganz andere Flora: Sanddorn und Co haben hier die Herrschaft.
Die Kulturpflanzen dominieren ganze Landschaften: Holland ist auch ein Agrarland. Futterpflanzen für die Landwirtschaft aber insbesondere Gemüse und Zierpflanzen fallen ins Auge. Bekannt sind das Baumschulgebiet um Boskoop, der Tulpen - und Blumenzwiebelanbau bei Lisse oder die endlosen Glashäuser mit Tomatenanbauflächen in Almeere. Obst wie Äpfel und Birnen oder Kirschen und auch viele Gemüsearten gedeihen gerade wegen der Wintermilde gut in Küstennähe.
Tierwelt
Die Niederlande sind sicher nicht Costa Rica. Und in Sachen Artenreichtum bei Säugern, Reptilien und Amphibien eher Durchschnitt. Bei der Vogelwelt trifft dies nicht zu. Gerade in den zahlreichen Feuchtgebieten und Nationalparks und insbesondere an den vielen Kilometer Küstenlandschaften haben wir durch die gute Erschließung und Zugänglichkeit erstklassige Beobachtungsmöglichkeiten. Große Bestände an Wasservögeln nisten und rasten gerade in der Zugzeit hier im Lande. Als Beispiele möchte ich den Rosa Löffler, Silberreiher, Purpurreiher, Stelzenläufer oder die eingebürgerten Flamingos nennen. Aber auch die schon etwas gewöhnlicheren Wildgänse und Wildenten in all ihren Arten sind in diesen Mengen eine Attraktion. Direkt an der Küste und in den Wattengebieten dominieren die ungeheuren Schwärme der Watvögel. Und auch das Kleingetier im Watt und an der Küste ist sehr vielfältig. Das Watt wird häufig mit dem Regenwald verglichen. Aber wer das kennen lernen möchte, muss schon genauer hinsehen und Steine wälzen oder im Watt graben! Gute Chancen bestehen hier an den Küsten auch für die Sichtung von Seehunden, Kegelrobben oder Schweinswalen.