Pflanzenwelt
Guatemalas Wälder bedecken rund 36 % der Landesfläche. Das ist ein sehr hoher Anteil. In der natürlichen Vegetation Guatemalas herrschen verschiedene Waldformen vor. Der tropische Tieflandregenwald ist sehr reich an Baumarten: es gibt rund 10 bis 20 Mal so viele Gehölzarten wie auf viel größerer Fläche in Europa. Die Bestimmung der einzelnen Arten ist Expertensache und ein Bestimmungsbuch müsste den Umfang eines Brockhauses haben. Aber auch der Trockenwald ist sehr artenreich. Die Hälfte der Gehölze verliert in der regenarmen Zeit das Laub und schützt sich so vor dem vertrocknen. Im Bereich des Bergregenwaldes und Nebelwaldes werden die Baumhöhen geringer und das Unterholz dichter. Im Páramo erreichen die Sträucher auf 3.600 m nur noch Mannshöhe.
Besonders auffallende Bäume auch im Kulturland sind Kokospalmen, Indischer Mandelbaum, Rosa Trompetenbaum, Jacaranda, Afrikanischer Tulpenbaum, Goldtrompetenbaum, die verschiedenen Mangrovengehölze oder spezialisierte Küstenpflanzen oder auch der imposante Kapokbaum, welcher auch als Ceiba bezeichnet wird. Interessant ist ebenfalls der Weißgummibaum. Er wird in Guatemala auch Indio desnudo, also „nackter Indianer“ genannt. Die Einheimischen nannten ihn allerdings Sunburned Gringo wegen seiner abpellenden roten Rinde. Des Weiteren kommen auch Balsabäume, Mahagoni und Teak vor. In der Plantagenkultur gibt es Ölpalmen, Mango, Orangen, Guaven , Pfirsichpalmen, Kakao und natürlich Kaffee. Schaut man aus dem Bereich der Gehölze in den der krautigen Pflanzen findet man in Costa Rica noch viele weitere Kulturen vor: Ananas, Bananen, Naranjilla (ein Nachtschattengewächs), Süßkartoffeln, Zuckerrohr, Maniok, Yams, Chayote und noch viele weitere Vertreter aus der Kürbisfamilie.
Krautige Pflanzen in der freien Natur sind die Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) wie Bromelien in hunderten Arten oder Orchideen in tausenden Stückzahlen. Aber auch Moose, Farne und Bodenkräuter sowie Gräser sind hochinteressant und artenreich. Charakterpflanzen dieser Tropenregion sind aber wohl die Helikonien- oder Ingwergewächse.
In den Gärten und Grünanlagen sind fast alle aus anderen Tropenländern oder auch von unseren Fensterbänken bekannten Zierpflanzen zu finden. Erwähnt werden sollten Yuccaarten, Drachenbäume (Dracaena), Roseneibisch, Bouganville, Croton, Weihnachstern und auch die bekannten Palmenarten. Kuriositäten in der Pflanzenwelt Guatemalas sind die Würgefeige des Regenwaldes oder die Baumfarne und Mammutblätter des Nebelwaldes.
Tierwelt
Neben den unzähligen Säugetier- und Insektenarten oder Reptilien und Amphibien leben in Guatemala rund 700 Vogelarten. Das ist ein Vielfaches der Artenzahl Deutschlands. Auffallende und auf jeder Reise anzutreffende Arten sind z. B. der Braune Pelikan, ein Küstenvogel, der trotz seines plumpen Aussehens durch Sturztauchen seine Beute macht.
Die Dohlengrackeln oder im Spanischen Clarinero (Trompeter) begleiten die Reisenden in jedem Lebensraum. Es sind elstergroße, schwarze Vögel mit durchdringender Stimme. Sie gehören aber zur Familie der Kazikenvögel, die in Europa nicht vorkommen. Auch der Oropendola, der auf deutsch Montezuma-Stirnvogel heißt, ist Mitglied dieser Familie. Er fällt ebenfalls auf durch seinen ungewöhnlichen Ruf und seine Beutelnester hoch in den Bäumen und in Kolonien. Star der Vogelwelt und Nationalvogel Guatemalas ist der Quetzal (Familie der Trogone) aus den Nebelwäldern. Bei den Indianern gilt er als Heiligkeit und Ornithologen aus aller Welt unternehmen Reisen, nur um ihn zu sehen.
Des Weiteren fallen Fischertukane, Rabengeier, Kolibris, Papageien wie der Rote Ara oder Amazonen, Vertreter aus den Familien der Reiher und Eisvögel besonders ins Auge. Dies sollen jedoch nur einige Beispiele sein.
Die Säugetiere wie Faultier, Gürteltier, Ameisenbär, Nasenbär, Opossum, Baumstachler, Wickelbär, Tapir oder Aguti sind wegen der schon seit langem anhaltenden Naturschutzbemühungen relativ zutraulich und lassen sich gut beobachten. Das gilt ebenfalls für die Affenarten, u. a. den Brüllaffen, eines der lautesten Tiere der Erde. Raubkatzen wie Jaguar, Puma, Otzelot, Koyoten oder Graufüchsen begegnet man dagegen seltener. Die Chance, einen Jaguar in Guatemala zu sehen, ist sicher nicht höher, als einen Luchs in Deutschland.
Der bekannteste Frosch der Landes und bestimmt einer der Schönsten überhaupt ist der Rotaugen-Laubfrosch. Pfeilgiftfrösche in vielen Formen faszinieren Naturfreunde ebenso.
Unter den Reptilien sind die Spitzkrokodile und Brillenkaimane regelmäßig zu sehen, auch bis zu sechs Meter lange Exemplare! Ein Zwerg ist der bis zu zwei Meter lange und sehr häufig auftretende Grüne Leguan auch nicht gerade. Aus der gleichen Familie stammt der Helmbasilisk, der auch Jesus Christus-Echse genannt wird wegen seiner Fähigkeit, über das Wasser zu laufen. An den Küsten findet man vier Meeresschildkrötenarten, und es finden an den einsamen Küstenabschnitten zu bestimmten Zeiten Massenanlandungen der Weibchen statt, um ihre Eier zu legen.
Vielfältig sind die Schlangenarten: Bekannt sind sicher die ungiftige Abgottschlange oder Boa Constrictor, die immerhin bis 2,5 Meter lang wird. Spannende Geschichten ranken sich um den Buschmeister. Mit bis zu 3,5 Metern Länge ist er eine der größten Giftschlangen der Erde. Die Vertreter der Lanzenotter sind ebenfalls giftig. Sehr selten kommt es zu Zwischenfällen und der Verlauf nach einem Biss ist häufig harmloser, als es meist dargestellt wird. Aus der Gruppe der meist ungiftigen und zahlreichen Nattern seien hier Hühnerfresser, Indigonatter, Mussurana oder Dünnschlange genannt.
In Guatemala, so schätzt man, gibt es rund 220.000 Insektenarten. Das ist unvorstellbar. Spektakulär sind die Schmetterlinge mit dem Blauen Morpho oder den Helikonienfaltern. Heuschrecken und Gottesanbeterinnen erreichen beachtliche Größen.
Es gibt mehrere Vogelspinnenarten und auch Skorpione, deren Giftigkeit nicht mit denen in Nordafrika beheimateten Skorpionen vergleichbar ist.
Auch unter Wasser wird es nicht langweilig: An den Küsten herrscht die ganze Vielfalt an Korallenriffen mit Haien, Rochen, Delfinen, Walen oder Seeschlangen vor und auch in den Süßgewässern gibt es interessante Fischarten wie Buntbarsche oder Saugwelse.
Diese kurze Beschreibung der Tier- und Pflanzenwelt kann aber nur einige wenige Beispiele nennen für den enormen Artenreichtum, den Sie in Guatemala antreffen werden.