Menschen und Kultur

Etwa 90 % der Chilenen sind Weiße oder Mestizen. Indianer bilden heute mit ca. 7 % Bevölkerungsanteile eine Minderheit. Im Süden sind die Mapuche-Indianer, im Norden die Aymaras angesiedelt. Auf der Osterinsel leben noch einige Nachfahren der polynesichen Urbevölkerung, die Rapa Nui.

Nach Gründung der ersten Kunstakademie in Santiago im Jahr 1849 hat sich in Chile langsam eine Kunstszene entwickelt, die heute jedoch im Ausland wenig bekannt ist. Chile war lange Zeit geprägt von der bis 1989 andauernden Militärdiktatur unter Pinochet. Erst nach dem Ende seiner Regierungszeit war es Journalisten wieder möglich, freier zu arbeiten ohne Angst vor juristischer Verfolgung. Auch das Theater blühte danach wieder auf, wobei gesellschaftskritische Stücke hauptsächlich von unabhängigen Theatergruppen präsentiert werden. Literarisch hat Chile sich in jedem Fall hervorgetan. Der Nobelpreis für Literatur ging 1945 erst an Gabriela Mistral und dann 1971 an Pablo Neruda.

Das Zentrum der klassischen Musik ist eindeutig die Landeshauptstadt. Santiago de Chile unterhält vier Orchester, ein städtisches Ballett sowie ein Nationalballett. Größen wie Violetta Parra, Victor Jara und die Gruppe Inti-Illimani haben die Folkmusik geprägt, die als Neue Gesangsbewegung oder „La Nueva Canción Chilena“ bekannt wurde.


Rapa Nui

Die Insel Rapa Nui, den meisten als Osterinsel bekannt, liegt über 3.000 km von der chilenischen Festlandküste entfernt. Die Ursprünge der Einwohner Rapa Nui geht zurück bis ins 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die erste Ansiedlung entstand den Überlieferungen zufolge durch König Hotu Matu'a und seinen über 100 Leuten von den nahe gelegenen polynesischen Inseln. Die traditionelle Sprache der Bevölkerung ist vananga Rapa Nui, heutzutage sprechen aber fast alle Rapa Nui vananga und spanisch.

Die Rapa-Nui-Kultur hat ein einzigartiges Glaubenssystem entwickelt. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man die monumentalen steinernen Statuen namens Moai, die sie einst erbauten.

Auch heute noch pflegen viele Bewohner alte Zeremonien. Zu den wichtigsten zählte früher, untereinander einen Anführer für die Gemeinschaft zu wählen. So bestritten junge Vertreter der unterschiedlichen Familienclans jedes Jahr einen Wettkampf. Es galt, das erste Ei der Osterinsel-Schwalbe zu erreichen und unversehrt zum Ausgangspunkt zurück zu bringen. Es war ein heiliger Wettkampf, denn der Gewinner wurde zum Tangata Manu ernannt, der Reinkarnation des Gottes Make Make. Die Familie des Tangata Manu genoss durch den Titel große Privilegien in wirtschaftlicher, politischer und religiöser Hinsicht.



Das Volk der Mapuche

Das Volk der Mapuche ist das am stärksten vertretene indigene Volk, das bis heute in Südchile und Argentinien überlebt hat. In Mapudungun, der Sprache der Mapuche, bedeutet mapu = Land und che = Menschen.

Die Regionen im Süden Chiles wurden vor ca. 13.000 Jahren von ersten Jägern und Sammlern besiedelt. Den Traditionen und Überlieferungen der Mapuche zufolge sind sie aus einer einer großen Flut hervorgegangen, ausgelöst durch die große Meeres-Schlange Kai Kai. Die andere große Erden-Schlange Ten Ten, die zwischen den Vulkanen lebte, riet einigen Männern, sich oben auf den Vulkangipfeln in Sicherheit zu bringen. Aus den Überlebenden sei dann das Volk der Mapuche hervorgegangen.

Auch die Kultur der Inkas war in Chile vertreten. Deren Imperium reichte bis ins heutige Zentral-Chile. Sie schafften es aber nie, das Volk der Mapuche zu dominieren, die ein riesiges Gebiet zwischen den Anden der Zentralregion und dem Archipel von Chiloé besetzte.

Mitte des sechzehnten Jahrhunderts kamen die Spanier nach Chile. Der ungewöhnliche Kampfgeist der Mapuche beeindruckte sie sehr und es gelang ihnen über Jahunderte hinweg nicht, die Barriere der Mapuche in der Höhe des Bio Bio Flusses zu durchbrechen. Der Krieg gegen die „Araucaños „, wie die Spanier die Mapuche nannten, endete erst 1891 nach Gründung der Republik, innerhalb des sogenannnten Befriedungsprozesses der Araucanía.

Nachkommen dieser Volksgruppe auf chilenischer Seite leben heute in den ländlichen Gebieten der neunten Region, La Araucanía, sowie Teilen der achten Region, Bio Bio und in der Haupstadt Santiago.

Auf unserer Tour „Chile – Reise auf Augenhöhe“ können Sie die Mapuche und deren Kultur hautnah erleben.

Atacameños

Vor rund  12.000 Jahren wurde die Region der Lickan-Antay Kultur, später von den spanischen Eroberern „Atacameños“ genannt, von Jägern und Sammlern besiedelt. Das Gebiet befindet sich zwischen dem Salzsee Salar de Atacama und reicht bis in die Höhen der Anden.

Das Volk der Atacameños entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte weiter und bildete später die San Pedro Kultur, die zwischen 500 v. Chr. bis 300 n. Chr. rund um die Oase Toconao aufblühte. Größten Einfluss übte die Tiwanaku-Kultur auf die Bewohner aus in der Zeit vor der Inka Herrschaft im fünfzehnten Jahrhundert. Wie an so vielen Orten Südamerikas trugen die Einführung der Sprache und Bräuche der spanischen Konquistadoren dann zum Niedergang der Lickan Antay Kultur seiner Sprache Kunza bei.

Heutzutage machen sich die Nachkommen stark, um die angestammten Rechte des Volkes und seine traditionelle Gebräuche als Kultur zu erhalten.

Toconao ist heutztage vor allem bekannt wegen seiner
Die Steinbauten aus vulkanischem Material und die Handwerkskunst in Toconao sind heute über die Grenze hinaus bekannt. Rund 600 Einwohner hat der kleine Ort und die Menschen leben auch von Obstanbau, Bergbau und Tourismus. Die wiederbelebten Traditionen der Atacameños findet man vor allem hier in Toconao, sowie den Ayllu-Gemeinden um San Pedro de Atacama namens Coyo, Socaire, Sequitor, Solor und Vilama.